eBook & Trends
Den eBooks gehört die Zukunft
Verdrängen eBook-Reader das Buch und die Zeitung? Wie sieht die Zukunft von Buch und Tageszeitung aus? Ist das eBook die Zukunft? Kindle DX – Ist die gedruckte Tageszeitung nun wirklich am Ende? Der Kindle ist in den USA ein großer Erfolg. Wie sieht die Zukunft von eBook-Readern aus? Amazon eBook Reader und das neue Marketing-Standardwerk? Vorstellung des Amazon Kindle und seiner Vor- und Nachteile.
Der Amazon Kindle ist ein Gerät von Amazon, mit dem elektronische Bücher (E-Books), elektronische Zeitschriften und elektronische Zeitungen (E-Papers) von Amazon heruntergeladen und gelesen werden können. Es ist in den Vereinigten Staaten seit November 2007 erhältlich. Der von Amazon ins Auge gefasste Deutschlandstart des Kindle in der ersten Jahreshälfte 2009 scheiterte. Amazon konnte sich mit keiner Mobilfunkgesellschaft auf einen Vertrag für die anfallenden Datenkosten zur E-Book-Übertragung über das Mobilfunknetz einigen. Amazon bietet für sein Gerät nach eigenen Angaben rund 350.000 elektronische Bücher und eine Reihe von elektronischen Zeitungen überwiegend in englischer Sprache an. Inzwischen sind fast alle Titel der Bestsellerliste der New York Times abrufbar.
Red Hot Tip: Ebooks Online - Der eBook Shop von A bis Z
Am 9. Februar 2009 stellte Amazon auf einer Pressekonferenz den Kindle 2, Nachfolger des Kindle 1, vor. Dieser wurde sowohl technisch verbessert als auch im Design verändert. Seit dem 4. März 2009 bietet Amazon in den USA eine ebenfalls „Kindle“ genannte Applikation für das iPhone an, mit der die Kindle-Inhalte dargestellt werden können. Seit dem 19. Oktober 2009 ist der Kindle außerhalb der USA auch in Deutschland und in hundert weiteren Staaten erhältlich. Bestellt werden kann der Kindle nur über die US-Amazon-Seite. Es ist eine internationale Version des Kindles verfügbar, in der ein 3G-Modul (UMTS-Modem) verbaut ist, mit dem Inhalte weltweit auf das Kindle abgerufen werden können.
Amazon Kindle im Test
Der Kindle von Amazon hat in den USA bereits für Wirbel gesorgt. Jetzt ist der E-Book-Reader auch in Deutschland zu haben. Wir hatten den Kindle im Test. Der Amazon Kindle hat in den USA für viel Aufsehen gesorgt. Der handliche E-Book-Reader mit 2 GB integriertem Speicher kann bis zu 1500 Bücher speichern und kommt auch in Deutschland mit einer kostenlosen 3G-Internet-Anbindung, über die sich Bücher übertragen lassen. Wir hatten den Kindle im Test.
Gegenüber dem ersten Kindle-Modell, das es nur in den USA gab, ist der neue Kindle schlanker und schicker geworden. Der Kindle ist mit knapp einen Zentimeter Höhe und 300 Gramm Gewicht etwas kleiner als eine DIN-A5-Seite. Der E-Book-Reader bietet eine Tastatur mit gutem Druckpunkt, die allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist. Das Vor- und Zurückblättern zwischen den Seiten erfolgt über Tasten an der Seite. Praktisch: Die Tasten zum Vorblättern gibt’s auf beiden Seiten, so dass sich der Kindle auch für Linkshänder eignet.
Wer den Kindle in den USA bestellt, muss zusätzlich zum Preis von 259 US-Dollar (rund 175 Euro) noch Zoll und Einführungssteuer in Höhe von 78 Euro einkalkulieren. Zudem ist eine Schutzkladde aus Leder erhältlich, die den Kindle vor Kratzern und anderen Beschädigungen schützen soll (30 US-Dollar). Hinzu kommen die Kosten für Inhalte, also Bücher und Zeitschriften.
» Lesefutter für den Kindle
Mehr als 200.000 Titel hält der Kindle-Store in Form von E-Books bereit. Rund 85 internationale Zeitungen und Zeitschriften stehen in den aktuellen Ausgaben zur Verfügung - an deutschsprachigen Periodika gibt’s allerdings bislang nur die Wirtschaftswoche, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Handelsblatt, die der Kunde auch im Abo beziehen kann. Die Preise liegen in aller Regel knapp unter dem Preis für das gedruckte Werk - zumeist zwischen 12 und 14 Dollar, es gibt aber auch ältere Bücher für 2 bis 6 Dollar. Doch nicht in allen Fällen sind die E-Books für den Kindle günstiger als das gedruckte Werk - vor allem bei älteren Werken, die bereits als Paperback erschienen sind, gibt es diese Ungereimtheiten.
Zeitungen und Zeitschriften sind im Einzelkauf geringfügig günstiger als das gedruckte Werk. Dafür muss man aber beispielsweise bei der FAZ auf Bilder verzichten. Positiv: Zu vielen Buchtiteln im Kindle-Store finden sich kostenlose Leseproben. Interessenten können sich so vorab einen Überblick über das Angebot des Kindle-Store verschaffen.
» Bedienung des Amazon Kindle
Technisch wird der Anwender vor keine großen Hürden gestellt: Wer den Kindle über Amazon bestellt, bekommt bereits ein auf seinen Namen eingerichtetes Gerät, das direkt auf das hinterlegte Amazon-Konto zugreifen kann. Seine Inhalte bezieht das Gerät über eine kostenlose Internetanbindung, die Amazon den Kunden zur Verfügung stellt. Der Download eines Buches ist in ein bis zwei Minuten erledigt. Im Gegensatz zu anderen Ländern sind in Deutschland allerdings die Zusatzfunktionen (Surfen und Bloggen) deaktiviert. Die Handyverbindung funktionierte in unserem Test nicht an allen Orten zuverlässig, insbesondere bei schlechter Netzabdeckung gab es Verbindungsprobleme. Kunden können jedoch im Notfall den Kindle mit Hilfe eines beiliegenden USB-Kabels bestücken.
» Amazon liest mit
Einige Zusatzfunktionen, die keine großen zusätzlichen Kosten durch Datenverkehr verursachen, hat Amazon dem Kindle allerdings auch in Deutschland belassen: So kann der Anwender Notizen einfügen und innerhalb des Buches nach Begriffen und Textstellen suchen. Außerdem kann das Gerät PDF-Dokumente und andere Dateien anzeigen. Dazu muss man das Dokument entweder mit einem Spezial-Tool per Kabel auf den Reader laden oder (kostenpflichtig) an die zum Kindle gehörende eigene Mailadresse schicken - Amazon konvertiert die Datei dann ins Kindle-Format. Dass man damit Amazon die Möglichkeit gibt, eigene, Dokumente mitzulesen, mag nicht jedem gefallen. Man sollte sich ungeachtet dessen aber ohnehin bewusst sein, dass Amazon mit dem Kindle-Konzept sehr genau weiß, was der Kunde tut und dessen Nutzungsverhalten kontrollieren kann.
Amazon Kindle 2
E-Book-Reader auch in Europa : Amazon Kindle im Test
» Wo der Kindle punktet - und wo nicht
In der Handhabung überzeugt der Kindle: Das Schwarz-Weiß-Display misst rund 15,2 cm (6 Zoll) und ist mit herkömmlichen Displays nicht zu vergleichen: extrem kontrastreich, hervorragend lesbar und flimmerfrei. Auch längeres Lesen geht damit mühelos und ohne Ermüden, obwohl man sich zuweilen ein größeres Display wünscht. Die Schrift lässt sich in sechs Stufen verstellen - allerdings nur während man Inhalte liest, so dass die Menüs stets in derselben Größe dargestellt werden.
Einige Schönheitsfehler gibt’s aber doch: Die Entwickler sollten dem Gerät an einigen Stellen noch eine Fortschrittsanzeige spendieren, so wie sie beim Lesen anzeigen, wie weit der Leser bereits im Buch fortgeschritten ist. Oft ist man sich nämlich nicht sicher, ob der Kindle nicht reagiert oder noch lädt. Und wer bei schlechter Beleuchtung lesen will, benötigt eine zusätzliche Leselampe (passend zum Kindle für 20 US-Dollar erhältlich), da das Kindle-Display keine Hintergundbeleuchtung besitzt.
Immerhin ist das Gerät dadurch sehr sparsam. Bis zu zwei Wochen soll der Kindle mit einer einzigen Akkuladung auskommen - bis zu vier Tage sind es immerhin noch mit permanent eingeschalteter Funkverbindung. Dazu schaltet man über das Hauptmenü die Funkverbindung ab ("Turn Wireless off"). Abgesehen davon hängt die Akkulaufzeit stark davon ab, wie oft der Anwender blättert, da der Kindle den meisten Strom beim Bildaufbau aufnimmt.
Fazit: Das Lesen mit einem E-Book-Reader ist angenehm. Der Bildschirm hat tatsächlich mehr mit einer Buchseite als mit einem herkömmlichen Display gemeinsam. Der Kindle könnte sich in den nächsten Jahren durchsetzen - ähnlich wie der iPod im Musikbereich. Voraussetzung ist allerdings, dass Amazon in Kooperation mit Buch- und Zeitschriftenverlagen sinnvolle Erlöskonzepte findet, die bei den Kunden ankommen. Ob man das Gerät in einigen Jahren so selbstverständlich in den Urlaub, an den Strand oder in die Bahn nehmen wird wie ein gewöhnliches Taschenbuch bleibt abzuwarten.
Hinweis: Übrigens hat Amazon gerade den Preis der internationalen Version des Kindle von 279 auf 259 US-Dollar gesenkt, nachdem Konkurrent Barnes & Noble mit einem Konkurrenzprodukt Nook zu diesem Preis in den Markt eingestiegen ist.
